Vom Ausflugslokal zur Dresdner Brauerei
Die Geschichte der Feldschlößchen Brauerei reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1838 kauften die Gebrüder Meisl das Gelände am alten Feldschlößchen, das Mitte des 17. Jahrhunderts neben einem Bauernhof mit Bier- und Weinausschank errichtet wurde. 20 Jahre später, 1858, gründeten sie die Aktienbrauerei zum Feldschlößchen – der Beginn einer Dresdner Brautradition, die bis heute fortgeführt wird.
Die Brauerei entwickelte sich schon früh zu einem wichtigen Teil der Dresdner Bierkultur. 1909 wurde sie sogar mit der Verdienstmedaille der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden ausgezeichnet.

Kriegszeit und Neubeginn
Der Zweite Weltkrieg hinterließ Spuren. Während der Bombardierungen zwischen 1939 und 1945 wurden große Teile der Brauerei zerstört. Doch schon kurz nach Kriegsende begann der Wiederaufbau und bereits 1945 konnte wieder Bier gebraut werden.
In den 1960er-Jahren wurden die Dresdner Brauereien Feldschlößchen, Felsenkeller und Waldschlößchen zum Volkseigenen Betrieb Dresdner Brauereien (VEB) zusammengeschlossen. Damit entstand ein zentraler Brauereiverbund für Dresden und die Region.
Mit der steigenden Nachfrage nach Bier aus Dresden entstand schließlich eine neue Produktionsstätte. 1973 wurde der Grundstein für die moderne Feldschlößchen Brauerei in Dresden-Coschütz gelegt. 1981 wurde dort das erste Feldschlößchen Bier gebraut. Bis heute ist Coschütz das Herz der Produktion.

Feldschlößchen nach der Wiedervereinigung
Nach der politischen Wende 1990 wurde die Brauereistruktur neu geordnet: Die Sächsische Brau-Union (SBU) entstand, 1991 startete dort die Produktion des Feldschlößchen Pilsners und der Braubetrieb auf der Budapester Straße wurde eingestellt. 1992 übernahm die Holsten-Brauerei AG die SBU vollständig. Drei Jahre später, 1995, erfolgte die Umbenennung in Feldschlößchen AG Dresden.
Nach der deutschen Wiedervereinigung entwickelte sich die Brauerei weiter und investierte in neue Projekte. 1998 eröffnete die Gastronomie „Feldschlößchen Stammhaus“ im restaurierten Maschinenhaus der ehemaligen Feldschlößchen Brauerei auf der Budapester Straße in Dresden.
2004 erwarb die Carlsberg A/S aus Kopenhagen die Aktienmehrheit an der Holsten Brauerei AG. Damit wurde die Feldschlößchen Brauerei Teil der Carlsberg Gruppe Deutschland.
Ein Jahr später, 2005, veranstaltete Feldschlößchen erstmals ein Brauereifest auf dem Brauereigelände in Dresden-Coschütz und verstärkte damit sein Engagement in der Stadt Dresden.

Ein Prost auf das Pichmännel
2006 kehrte das legendäre Pichmännel in das Markenlogo zurück und damit auch auf alle Flaschenetiketten von Feldschlößchen Bier.
Der Legende nach hat das Pichmännel seinen Namen von den Arbeitern, die einst die hölzernen Bierfässer von innen mit Pech versiegelten. Das nannte man „pichen“. Als Belohnung für die schwere Arbeit wurde gebührend „gepichelt“. Noch heute symbolisiert das Pichmännel die Original Dresdner Braukunst und lädt zum geselligen Biergenuss ein.

150 Jahre Brauereigeschichte
2008 feierte die Feldschlößchen Brauerei Dresden ihr 150-jähriges Jubiläum und blickte auf eine lange sächsische Brauereigeschichte zurück.
Seit 2011 befindet sich die Brauerei wieder in ostdeutschen Händen. Die Carlsberg-Gruppe verkaufte Feldschlößchen zum 1. Januar 2011 an eine mittelständische Brauereigruppe, zu der bereits das Frankfurter Brauhaus und die französische Brauerei Brasserie Champigneulles gehören.
Seit 2016 ergänzt außerdem die Gilde Brauerei GmbH aus Hannover diese Braugruppe.

